Sternengeschichten Folge 716: Kallisto - Sprungbrett ins äußere Sonnensystem
Shownotes
Sternengeschichten Folge 716: Kallisto - Sprungbrett ins äußere Sonnensystem
Unser Sonnensystem hat acht Planeten und diese Planeten haben zusammen sehr, sehr viele Monde. Wie viele es genau sind, wissen wir nicht, weil wir noch nicht alle entdeckt haben und es auch keine eindeutige Definition dessen gibt, was ein "Mond" ist. Aber wenn wir die ausreichend großen Himmelskörper nehmen, bei denen kein Zweifel an ihrer Mondhaftigkeit besteht, dann sind da auf jeden Fall ein paar hundert von ihnen. Abgesehen vom Mond unserer Erde waren die ersten anderen Monde, die wir entdeckt haben, die des Jupiter. Beziehungsweise die vier größten Monde des Jupiters, die Galileo Galilei im Jahr 1610 gefunden hat. Es sind beeindruckende Himmelskörper: Da ist Io, das vulkanisch aktivste Objekt im Sonnensystem. Und Europa, der Eismond mit dem riesigen Wasserozean unter einer dicken Eiskruste, der als einer der besten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben gilt. Und natürlich ist da Ganymed, mit einem Durchmesser von 5262 Kilometern der größte Mond des Sonnensystems und sogar noch größer als der Planet Merkur. Galileo Galilei hat damals aber vier Monde entdeckt und der vierte galileische Mond wird immer ein wenig ignoriert. Und genau deswegen bekommt er heute eine eigene Folge der Sternengeschichten. Wir werden uns Kallisto ganz genau ansehen. Kallisto, den man zwar immer mitaufzählt, wenn man die großen Monde des Jupiters und die großen Monde des Sonnensystems auflistet - über den man aber ansonsten eher wenig spricht. Dabei gäbe es genug zu erzählen!
Kallisto ist der zweitgrößte Mond des Jupiters und der drittgrößte Mond des ganzen Sonnensystems. Er hat einen Durchmesser von 4820 Kilometern und ist der äußerste der vier großen Jupitermonde. Der Abstand zwischen Jupiter und Kallisto beträgt circa 1,9 Millionen Kilometer, also circa das fünffache der Distanz zwischen Erde und Erdmond. Für eine Runde um Jupiter braucht Kallisto 16 Tage und 16,5 Stunden und die Umlaufbahn des Mondes ist fast exakt kreisförmig und kaum geneigt gegenüber der Äquatorebene des Jupiters. So wie der Erdmond hat auch Kallisto eine gebundene Rotation, das heißt er dreht sich während eines Umlaufs um Jupiter auch exakt einmal um seine eigene Achse und von Jupiter aus ist deswegen immer die selbe Seite von Kallisto zu sehen.
Ich habe vorhin gesagt, dass Kallisto der drittgrößte Mond des Sonnensystems ist und er ist fast genau so groß wie der Planet Merkur, dessen Durchmesser nur knapp 50 Kilometer größer ist. Aber auch wenn Kallisto fast so groß wie ein Planet ist; seine Masse ist deutlich geringer. Kallisto ist ein Eismond, das heißt er hat eine sehr geringe Dichte, weil er im Gegensatz zu einem typischen Planeten wie der Erde oder dem Merkur keinen Kern aus Metall hat, sondern nur aus Eis und Gestein besteht.
wenn wir uns die eisige Oberfläche von Kallisto anschauen, fallen sofort die unzähligen Krater auf. Tatsächlich hat nur der Saturnmond Phoebe eine höhere Dichte an Einschlagskratern als Kallisto. Und im Gegensatz zu anderen Himmelskörpern gibt es auf Kallisto auch fast nur Einschlagskrater. Man sieht dort keine Gebirgszüge, Hochebenen, Täler oder andere Oberflächenmerkmale - was daran liegt, dass seine Kruste vor allem aus Wassereis besteht, in dem sich fast kein Gestein befindet. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von -140 Grad Celsius ist das Eis zwar härter als Stein, aber im Laufe der Zeit gibt die Eiskruste nach und etwaige Gebirge oder andere große Strukturen werden eingeebnet.
Eine Ausnahme bildet das gigantische Einschlagsbecken, dass den Namen "Valhalla" bekommen hat. Es fällt beim Anblick von Kallisto sofort ins Auge: Eine circa 600 Kilometer durchmessende helle Zentralregion ist von mehreren ringförmigen Strukturen umgeben, wobei die äußersten Ringe gut 3000 Kilometer durchmessen. Es muss durch einen enormen Einschlag entstanden sein, bei der ein großer Asteroid die äußere Kruste des Mondes komplett durchschlagen hat. Es ist schwer zu sagen, wann das passiert ist - die Schätzungen gehen davon aus, dass dieses Ereignis vor 2 bis 4 Milliarden Jahren stattgefunden hat. Aber auch wenn wir nicht wissen, wann das passiert ist, sagt uns die Existenz von Valhalla doch ein bisschen was über das Innere von Kallisto. Wenn ein vergleichbarer Einschlag zum Beispiel auf der Erde oder dem Mars stattgefunden hätte, würde man nicht nur einem enormen Krater erwarten, sondern auch eine entsprechende Struktur genau auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten. Dort, wo sich die seismischen Schockwellen des Impakts auf der anderen Seite des Himmelskörpers treffen, sollte es ebenfalls großflächige Zerstörungen der Oberfläche geben. Auf Kallisto sieht man so etwas aber nicht, was bedeutet, dass die Wucht des Einschlags von einem weichen Material unter der harten Eiskruste aufgenommen wurde. Das kann entweder Eis sein, dass etwas wärmer ist oder aber sogar flüssig. Oder anders gesagt: Unter der Eiskruste von Kallisto könnte sich ein flüssiger Ozean befinden. Das wärmere Eis oder das Wasser hat dann schnell den großen Krater des Einschlags gefüllt und die Eisdecke darüber hat sich wieder neu gebildet, aber nicht so schön wie zuvor: Das Result sind die konzentrischen Ringe in der Oberfläche von Kallisto, die wir heute als "Valhalla" bezeichnen.
Die Existenz eines unterirdischen Ozeans haben auch Messungen nahegelegt, die die Raumsonde Galileo in den 1990er Jahren gemacht hat. Damals wurden auch Messungen des Magnetfelds von Kallisto angestellt und man hat gesehen, dass dessen Stärke sich verändert, während sich der Mond durch das viel stärkere Magnetfeld des Jupiters bewegt. Ein Grund dafür könnte die Existenz einer elektrisch leitenden Flüssigkeit unter der Kruste von Kallisto sein: Oder anders gesagt: Ein unterirdischer, circa 10 Kilometer tiefer Ozean aus salzigem Wasser, der unter der gut 200 Kilometer dicken Eiskruste von Kallisto liegt.
Tatsächlich bestätigen könnten wir das erst, wenn wir bessere Daten bekommen. Im Gegensatz zu anderen Monden ist Kallisto bis jetzt leider nur sporadisch untersucht worden. 1973 und 1974 sind die Raumsonden Pioneer 10 und Pioneer 11 an Jupiter vorbeigeflogen und haben erste Detailbilder machen können. 1979 sind dann Voyager 1 und 2 ebenfalls kurz vorbei geflogen. Längere und ausführlichere Beobachtungen gab es nur in den acht Jahren, die Galileo zwischen 1995 und 2003 im Jupitersystem verbracht hat. Erst in den 2030er Jahren wird Kallisto wieder von der europäischen Raumsonde JUICE besucht worden sein - und irgendwann spazieren vielleicht auch Menschen auf der Oberfläche des Jupitermondes herum.
Schon seit den 1980er Jahren hat man sich Gedanken gemacht, wohin Menschen nach der erfolgreichen Landung am Mond noch überall hinfliegen könnten. Klar, da ist der Mars, der immer im Zentrum der menschlichen Aktivitäten im Weltraum steht. Aber ansonsten wird es schwierig, zumindest in der relativen Nähe der Erde. Auf dem Merkur wäre es zu heiß und auf der Venus ebenso. Und im äußeren Sonnensystem kommen die Gasplaneten, auf deren Oberfläche man natürlich nicht landen kann, weil sie als Gasplaneten keine Oberfläche haben. Also hat man sich ihre Monde angesehen, aber die sind auch ein wenig kritisch. Jupiter ist von einem Strahlungsgürtel umgeben, also einer Zone, in der sein starkes Magnetfeld jede Menge geladene Teilchen des Sonnenwindes eingefangen hat. Die Bedingungen dort sind unangenehm für Menschen; wir würden diese Strahlung nicht lange aushalten und auch für unsere Technik ist das keine optimale Umgebung. Als die Raumsonde Pioneer 10 durch den Strahlunsgürtel des Jupiter geflogen ist, hat sie dabei einen Strahlendosis registriert, die circa dem 1000fachen der Dosis entspricht, die für uns Menschen tödlich ist.
Die großen Monde Io, Europa und Ganymed befinden sich alle innerhalb dieses Gürtels und sind daher keine sonderlich guten Ziele für uns Menschen. Aber Kallisto liegt außerhalb von Jupiters Strahlungsgürtel! Die NASA hat im Jahr 2003 eine Studie mit dem Titel "Human Outer Planets Exploration" veröffentlicht. Darin ging es um Ziele im äußeren Sonnensystem, die nach einer Marslandung sinnvollerweise für die menschliche Raumfahrt ins Auge gefasst werden können. Und aus all den Gründen, die ich gerade aufgezählt habe, hat sich Kallisto als vielversprechend herausgestellt. Man wäre dort einer vergleichsweisen geringen Strahlung ausgesetzt; die Oberfläche des Mondes ist geologisch relativ stabil und man könnte dort eine wunderbare Basis für weitere Erkundungsmissionen einrichten. Auf Kallisto könnte man das viele Eis verwenden, um daraus Wasserstoff für den Raketenantrieb zu bekommen. Man könnte Kallisto als Ausgangspunkt für kurze Forschungsmissionen zu den anderen Jupitermonden verwenden oder als eine Art Rast- und Tankstelle auf dem Weg von der Erde noch weiter hinaus ins Sonnensystem. Ein Raumfahrzeug, das von Kallisto aus startet kann die Gravitationskraft von Jupiter nutzen, um durch ein Fly-By-Manöver quasi ins All geschleudert zu werden und so Treibstoff sparen. Und zu erforschen gäbe es auf Kallisto selbst natürlich auch mehr als genug.
2003 hat die NASA geschätzt, dass Menschen irgendwann in den 2040er Jahren auf Kallisto landen könnten. Dieser Zeitplan ist mittlerweile natürlich nicht mehr aktuell; vor allem weil es auch keinerlei ernsthafte Bestrebungen gibt, so eine Mission auch wirklich durchzuführen. Aber wer weiß, was die Zukunft der Raumfahrt noch bringen wird. Vielleicht wird Kallisto irgendwann wirklich unsere erste Basis im äußeren Sonnensystem. Und dann wird niemand mehr diesen Jupitermond ignorieren können.
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00:00:15: Sternengeschichten Folge siebenhundertsechzehn, Kalisto Sprungbrett ins äußere Sonnensystem.
00:00:23: Unser Sonnsystem hat acht Planeten und diese Planeten haben zusammen sehr, sehr viele Monde.
00:00:30: Wie viele es genau sind, wissen wir nicht.
00:00:32: Weil wir noch nicht alle entdeckt haben und es auch keine eindeutige Definition von dem gibt was ein Mond eigentlich ist.
00:00:38: aber wenn wir die ausreichend großen Himmelskörper nehmen bei denen kein Zweifel an ihrer Mondhaftigkeit besteht dann sind auf jeden Fall ein paar hundert von den Dingern.
00:00:48: Abgesehen vom Mond unserer Erde waren die ersten anderen Monde, die wir entdeckt haben – die des Jupiter.
00:00:55: Beziehungsweise die vier größten Monde des Jupiter, die Galileo Galilei im Jahr sechzehntnachzehn gefunden hat!
00:01:02: Das sind beeindruckende Himmelskörper.
00:01:04: Da ist IO das vulkanisch aktivste Objekt im Sonnensystem und Europa der Eismond mit dem riesigen Wasserocian unter einer dicken Eisgruste, die als eine der besten Orte für die Suche nach aussehdischem Leben gilt!
00:01:19: Und natürlich ist da Ganymed mit einem Durchmesser von fünftausend zweihundertzechzig Kilometern der größte Mond des Sonnendsystems, der sogar noch größer als der Planet Merkur ist... Galileo Galilei hat damals aber vier Monate entdeckt und der vierte galileische Mond, mit dem er so ein bisschen ignoriert.
00:01:38: Und genau deswegen bekommt auch heute eine eigene Folge der Sternengeschichten!
00:01:43: Wir werden uns Kalisto ganz genau ansehen.
00:01:46: Kalisto, den man zwar immer mit aufzählt wenn man die großen Monate des Jupiter's und die großen monate Sonnensystems auflistet über den man ansonsten aber eher wenig spricht.
00:01:55: dabei gäbe es aber genug zu erzählen.
00:01:58: Kalisto ist der zweitgrößte Mond des Jupiters und der drittgrößtem Mond des ganzen Sonnensystems.
00:02:05: Er hat einen Durchmesser von viertausend achthundertzwanzig Kilometern, und er ist der äußerste der vier großen Jupiter-Monde.
00:02:13: Der Abstand zwischen Jupiter und Kalisto beträgt ca.
00:02:18: µm, also ca.
00:02:19: das Fünffache der Distanz zwischen Erde und Mond.
00:02:23: Und für eine Runde um Jupiter braucht Kalisto sechzehn Tage und Sechzeinhalb Stunden – die Umlaufbahn des Mondes ist fast exakt kreisförmig und kaum geneigt gegenüber der Equator-Ebene des Jupiters!
00:02:36: So wie der Erdmond hat auch Kalisto eine gebundene Rotation, das heißt er dreht sich während eines Umlaufs um Jupiter auch exakt einmal um seine eigene Achse und von Jupiter aus ist deswegen immer die selbe Seite vom Kalisto zu sehen.
00:02:53: Ich habe vorhin gesagt dass Kalisto der drittgrößte Mond des Sonnensystemes ist – und er ist fast genauso groß wie der Planet Merkur dessen Durchmesser nur knapp fünfzig Kilometer größer.
00:03:04: Aber auch wenn Kalisto fast so groß wie ein Planet ist, seine Masse ist deutlich geringer.
00:03:10: Kalisto ist ein Eismond das heißt er hat eine sehr geringe Dichte weil er im Gegensatz zu einem typischen Planeten wieder Erde oder dem Merkur keinen Kern aus Metall hat sondern eben nur aus Eis und Gestein besteht.
00:03:23: Wenn wir uns die eisige Oberfläche von Kalisto anschauen dann fallen sofort die unzähligen Krate auf.
00:03:29: Tatsächlich hat nur der Saturn-Mont Phöbe eine höhere Dichte an Einschlagsgraten als Kalisto und im Gegensatz zu anderen Himmelskörpern gibt es auf Kalisto auch fast nur Einschlagskrater.
00:03:42: Man sieht dort keine Gebirgszüge, Hochebenen, Täler oder irgendwelche anderen Oberflächenmerkmale Was daran liegt, dass er der Gruste vor allem aus Wassereis besteht in dem sich fast kein Gestein befindet.
00:03:55: Bei einer durchschnittlichen Temperatur von minus-hundertvierzig Grad Celsius ist das Eis zwar sehr, sehr hart aber im Laufe der Zeit gibt auch diese Eisgruste ein bisschen nach und etwaige Gebirge oder andere große Strukturen.
00:04:08: die werden eingeebnet.
00:04:10: Eine Ausnahme bildet das gigantische Einschlagsbecken das den Namen Valhalla bekommen hat.
00:04:17: Das fällt beim Anblick von Kalisto sofort ins Auge.
00:04:20: Eine circa sechshundert Kilometer durchmessende helle Zentralregion ist von mehreren ringförmigen Strukturen umgeben, wobei die äußersten Ringe gut dreitausend Kilometer Durchmessen.
00:04:32: Dieses Ding muss doch einen enormen Einschlag entstanden sein bei der ein großer Asteroid die äußere Große des Mondes komplett durchschlagen hat!
00:04:41: Es ist schwer zu sagen wann das passiert ist, aber die Schätzungen gehen davon aus dass dieses Ereignis vor zwei bis vier Milliarden Jahren stattgefunden hat.
00:04:50: Aber auch wenn wir nicht wissen Wann das passiert isst sagt uns die Existenz von Valhalla doch ein bisschen was über das Innere vom Kalisto.
00:04:58: Wenn ein vergleichbarer Einschlag zum Beispiel auf der Erde oder dem Mars stattgefunden hätte, würde man nicht nur einen enormen Grater sehen sondern man würde auch erwarten dass auf der gegenüberliegenden Seite des Himmelskörpers eine entsprechende Struktur auftritt.
00:05:15: Dort wo sich die seismischen Schockwellen des Impakts auf der anderen Seite des himmelsköpers treffen da sollte es ebenfalls großflächige Zerstörung in der Oberfläche geben.
00:05:26: Auf Kalisto sieht man sowas nicht was bedeutet, dass die Wucht des Einschlags von einem weicheren Material unter der harten Eiskruste aufgenommen worden ist.
00:05:37: Das kann entweder Eis gewesen sein das ein bisschen wärmer ist oder vielleicht sogar flüssig oder anders gesagt unter der Eiskruste von Kalisto könnte sich ein flüssiger Ozean befinden Das wärmere Eis oder das Wasser, das hat dann schnell den großen Grater des Einschlags gefüllt und die Eisdecke darüber hat sich wieder neu gebildet aber nicht so schön wie zuvor.
00:06:00: Das Resultat sind die konzentrischen Ringe in der Oberfläche von Calisto, die wir heute als Valhalla bezeichnen.
00:06:07: Die Existenz eines unterirdischen Ozeans haben auch Messungen nahegelegt, die die Raumsonde Galileo in den Neunzelneinzigern Jahren gemacht hat.
00:06:16: Damals hat man neben vielen anderen Beobachtungen auch Messungen des Magnetfelds von Kalisto angestellt und man hat gesehen, dass dessen Stärke sich verändert während sich der Mond durch das viel stärkere Magnetfelt des Jupiter bewegt.
00:06:30: Ein Grund dafür könnte die Existenz einer elektrisch leitenden Flüssigkeit unter der Große von Kalisto sein oder anders gesagt ein unterirdischer, ca.
00:06:41: zehn Kilometer tiefer Ozean aus salzigen Wasser, der unter der gut zweihundertkilometerticken Eisgroße vom Kalisto liegt.
00:06:49: Tatsächlich bestätigen können wir das erst wenn wir bessere Daten bekommen.
00:06:54: Im Gegensatz zu anderen Monten ist Kalisto bis jetzt selber nur sporadisch untersucht worden.
00:07:00: In drei Jahren sind die Raumsonnen Pioneer X und Pioneer Elf an Jupiter vorbeigeflogen, und haben die Ersten ein bisschen besseren Bilder von Kalisto machen können.
00:07:10: In neunzehneunundsiebzig sind dann Voyager I und II ebenfalls kurz vorbeigeflogen.
00:07:16: Längere und ausführlichere Beobachtungen gab es nur in den acht Jahren, in denen die Raumsonde Galileo zwischen nineteen-fünfundneinzig und zwölfundtrei im Jupiter System unterwegs war.
00:07:27: Erst in den Jahrzehntreißiger Jahren wird Kalisto wieder von der europäischen Raumsonde Jus besucht worden sein und irgendwann spazieren vielleicht auch Menschen auf der Oberfläche des Jupitermondes herum.
00:07:40: Denn schon seit den Neunzehnachtzigerjahren hat man sich Gedanken gemacht, wohin Menschen nach der erfolgreichen Landung am Mond der Erde noch überall hin fliegen könnten!
00:07:49: Klar, da ist der Mars, der immer im Zentrum der menschlichen Aktivitäten im Weltraum steht.
00:07:54: Aber ansonsten wird es schwierig – zumindest in der relativ Nähe der Erde!
00:07:59: Auf dem Merkur ist es viel zu heiß und auf der Venus ebenso….
00:08:02: Und im äußeren Sonnensystem sind das die Gasplaneten, auf denen man natürlich nicht landen kann weil sie als Gasplanet keine Oberfläche haben.
00:08:10: Also hat man sich ihre Monde angesehen, aber auch die sind ein bisschen kritisch.
00:08:14: Jupiter ist zum Beispiel von einem Strahlungsgürtel umgeben also einer Zone in der sein starkes Magnet fällt jede Menge geladene Teilchen des Sonnenwinds eingefangen hat.
00:08:24: Die Bedingungen dort, die sind unangenehm für Menschen.
00:08:27: Wir würden diese Strahlung nicht lange aushalten und auch für unsere Technik ist das keine optimale Umgebung.
00:08:33: Als die Raumsonde Pioneer X durch den Strahlungsgürtel des Jupiters geflogen ist, hat sie dabei eine strahlen Dosis registriert, die ca.
00:08:41: dem Tausendfachen der Dosis entspricht, die für uns Menschen tödlich wäre.
00:08:46: Die großen Monde – Io-, Europa- und Gannimet – befinden sich alle innerhalb dieses Gürtels und sind daher keine sonderlichen guten Ziele für unsere Menschen.
00:08:56: Aber Kalisto liegt außerhalb von Jupiterstrahlungskürteln!
00:09:01: Die NASA hat im Jahr three eine Studie mit dem Titel Human Outer Planets Exploration veröffentlicht.
00:09:08: Darin ging es um Ziele im äußeren Sonnensystem, die nach einer Maßlandung sinnvollerweise für menschliche Raumfahrt ins Auge gefasst werden können und aus all den Gründen, die ich gerade aufgezählt habe, hat sich Kalisto als vielversprechend herausgestellt.
00:09:24: Man wäre dort einer vergleichsweise geringen Strahlung ausgesetzt.
00:09:27: Die Oberfläche des Mondes ist geologisch relativ stabil und man könnte dort eine wunderbare Basis für weitere Erkundungsmissionen einrichten.
00:09:36: Auf Kalisto könnte man das viele Eis verwenden, um daraus Wasserstoff für Raketenantriebe zu bekommen.
00:09:42: Man könnte Kalisto als Ausgangspunkt für kurze Forschungsmissionen zu den anderen Jupiter-Monten verwenden oder also eine Art von Rast- oder Tankstelle auf dem Weg der Erde noch weiter hinaus im Zonnensystem.
00:09:56: Ein Raumfahrzeug, das von Kalisto ausstattet kann die Gravitationskraft von Jupiter nutzen um doch ein Fly-Bi-Manöver quasi ins All geschleudert zu werden und so auch noch Treibstoff sparen.
00:10:07: Und zu erforschen gibt es auf Kalisto selbst natürlich auch mehr als genug.
00:10:11: In den Jahren des Jahrhunderts hat die NASA geschätzt dass Menschen irgendwann in den zwei Tausend Vierzigerjahren auf Kallisto landen könnten.
00:10:19: Dieser Zeitplan ist mittlerweile natürlich nicht mehr aktuell, vor allem weil es auch keinerlei ernsthafte Bestrebungen gibt so eine Mission wirklich durchzuführen.
00:10:29: Aber wer weiß was die Zukunft der Raumfahrt noch bringen wird?
00:10:34: Vielleicht wird Kalisto irgendwann wirklich unsere erste Basis im äußeren Sonnensystem und dann wird niemand mehr diesen Jupitermon ignorieren können!
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